Seit 1851 ... was für ein Theater in Meißen

Vom Gewandhaus zum beliebten Volkstheater

Das Theater Meißen zählt nunmehr seit 160 Jahren zu den kulturellen Kleinoden der regionalen Kulturlandschaft.

Bereits im Jahre 1287 wurde am Standort des jetzigen Theatergebäudes ein Vorgängerbau als Tuchhaus erwähnt. Auf dem nahen Burgberg thronten in dieser Zeit friedlich die drei Gewalten – Markgraf, Burggraf und Bischof. In Meißen – als die „Wiege Sachsens“ regte sich somit schon reichlich 200 Jahre vor der Gründung der späteren Residenz- und Landeshauptstadt Dresden kulturelles und wirtschaftliches Leben.

Am Fuße des Burgberges entwickelte sich auf dem heutigen Theaterplatz ein bedeutsamer Marktflecken. Nicht zufällig führte auch die Handelsstraße Dresden – Leipzig über diesen Platz. Zu wirtschaftlicher Blüte gesellen sich gern Kunst und Kultur.

Der Minnesänger Walter von der Vogelweide brachte um 1200 seine Ständchen in Meißen dar. Etwas später galt die Meißner Kanzleisprache als höchstes Kulturgut und diente dem Reformator Martin Luther als Grundlage zur Übersetzung der Bibel.

In der Zeit der Renaissance machten in Meißen „herumziehende Comödianten“ Halt. Jedoch erst die humanistischen Theaterdramen brachten mehr und mehr Niveau in das Theaterspiel und letztendlich mehr Akzeptanz.

In der Zeit des Barocks wurde Theater dann richtig hof- und salonfähig. Seit 1816 war in Meißen eine „Theatersocietät“ verbrieft. Mit Hilfe dieses Vereins und kulturinteressierter Kaufleute schlug 1851 die Geburtsstunde des Meißners Theaters im Gebäude des Gewandhauses, in welchem es sich noch heute befindet.

Bis 1963 brillierte das Theater mit einem eigenen Ensemble. Schauspieler, Tänzer und ein Orchester bezauberten viele Jahrzehnte das große Publikum. Als Gastspieltheater konnte das Haus seine traditionsreiche Geschichte fortsetzen.

Im Jahr 2002 drohte nach der Hochwasserflut vom August das Aus. „Bauen und Spielen“ lautete das Motto, um den Wiederaufbau zu gewährleisten und den Theaterbetrieb am Leben zu erhalten.

Seit 2004 zeigt sich das Theater in neuem Glanz. Nach der Sanierung ist es wieder ganz und gar für die Meißner Bürgerschaft, für Gäste der Umgebung und für Touristen aus nah und fern da. Im Theatergebäude gelang eine bauliche Synthese von zeitgemäßer Funktionalität und dem Erhalt eines Hauches Romantik. Die altehrwürdige Theater-Atmosphäre ist vor allem noch im Zuschauerraum und Bühnenbereich zu spüren.

Zeitstrahl

1287
Ersterwähnung eines Gebäudes am Jahrmarkt

1545/47
Umbau in städtisches Kaufhaus

1710
Nutzung als Kornhaus

1787-1804
Einbau einer mobilen Theaterbühne

1834-1871
Niederlassung Zuckersiederei Langelütje (Nordhälfte)

1851
Einbau eines Theaters im 1.OG (Südhälfte)

1871
Nutzung des Gesamtgebäudes als Theater

1921-1930
Theaterleiter Hans Clodwig Gahsamas

1935-1963
festenengagiertes Ensemble (drei Sparten)

1951-1957
kompletter Innenausbau, Anbauten

2002-2004
Sanierung nach Hochwasserflut

09/2004
Wiedereröffnung

05/2011
Gründung Theater-Förderverein

11/2011
Festtage zum 160. Geburtstag des Theaters Meißen